Taschengeld: ab welchem Alter und wie viel? — Tabelle nach Alter
Ab welchem Alter braucht ein Kind Taschengeld, und wie viel ist eigentlich angemessen? Diese Fragen stellen sich fast alle Eltern irgendwann — und die Antworten gehen weit auseinander. Dieser Ratgeber gibt dir eine Orientierung nach Alter und zeigt, worauf es beim Taschengeld wirklich ankommt.
Ab welchem Alter Taschengeld sinnvoll ist
Die meisten Fachstellen empfehlen, mit dem Taschengeld etwa im Vorschul- oder frühen Grundschulalter zu beginnen — also ab rund vier bis sechs Jahren. Entscheidend ist weniger das exakte Alter als die Fähigkeit deines Kindes, kleine Beträge zu überblicken und ein paar Tage auf einen Wunsch zu warten. Am Anfang stehen kleine Summen, die wöchentlich ausgezahlt werden: Eine Woche ist für jüngere Kinder ein überschaubarer Zeitraum.
Wie viel Taschengeld ist angemessen? Tabelle nach Alter
Die folgende Tabelle orientiert sich an den gängigen Empfehlungen der Jugendämter. Sie ist ein Richtwert, kein Muss: Was zu eurer Familie passt, hängt vom Budget der Eltern und davon ab, was das Kind vom Taschengeld selbst bezahlen soll. Wichtiger als der genaue Betrag ist, dass er verlässlich und regelmäßig kommt.
| Alter | Empfehlung |
|---|---|
| 4–5 Jahre | 0,50–1 € pro Woche |
| 6–7 Jahre | 1,50–2 € pro Woche |
| 8–9 Jahre | 2–3 € pro Woche |
| 10–11 Jahre | 16–21 € pro Monat |
| 12–13 Jahre | 21–26 € pro Monat |
| 14–15 Jahre | 26–39 € pro Monat |
| 16–17 Jahre | 39–63 € pro Monat |
| ab 18 Jahre | 63–79 € pro Monat |
Auffällig ist der Wechsel um das zehnte Lebensjahr: Jüngere Kinder bekommen kleine Beträge wöchentlich, ältere einen größeren Betrag im Monat. Der Grund ist pädagogisch — mit dem Monatsrhythmus lernt dein Kind, sich sein Geld über einen längeren Zeitraum einzuteilen.
Wöchentlich oder monatlich auszahlen?
Als Faustregel gilt: bis etwa neun Jahre wöchentlich, danach monatlich. Ein Grundschulkind kann sich einen Monat noch schwer als Planungszeitraum vorstellen; ist das Geld nach einer Woche weg, ist die nächste Auszahlung nah. Ältere Kinder profitieren dagegen vom Monatsbetrag: Wer sein Geld schon nach zwei Wochen ausgegeben hat, spürt die Konsequenz — und plant beim nächsten Mal besser.
Taschengeld als Lernfeld für den Umgang mit Geld
Taschengeld ist mehr als ein Geldbetrag — es ist die erste eigene Erfahrung mit Geld. Damit es diesen Zweck erfüllt, helfen ein paar einfache Grundsätze:
- Zahle zu einem festen Termin aus — pünktlich und ohne dass dein Kind darum bitten muss. Verlässlichkeit ist die halbe Miete.
- Koppel das Taschengeld nicht an Wohlverhalten oder Noten. Es ist keine Belohnung und kein Druckmittel, sondern ein fester Rahmen zum Üben.
- Lass dein Kind selbst entscheiden — auch wenn es das Geld „falsch" ausgibt. Aus kleinen Fehlkäufen lernt es mehr als aus jeder Ermahnung.
- Unterstütze das Sparen: Ein sichtbares Sparziel macht Warten greifbar und zeigt, wie aus kleinen Beträgen über die Zeit etwas Größeres wird.
- Sprecht offen über Geld. Wer weiß, wie viel noch da ist, trifft bessere Entscheidungen — bei Kindern genauso wie bei Erwachsenen.
Gerade der letzte Punkt ist in der Praxis der schwierigste: Sobald das Geld nicht mehr im Portemonnaie liegt, verlieren beide Seiten schnell den Überblick. Genau hier hilft ein gemeinsamer, sichtbarer Kontostand.